Start der Gründungsarbeiten für Europas größte Klappbrücke / Ab 2013 laufen Bahn- und Straßenverkehr
vom 16.06.2011

Quelle: www.hafen-hamburg.de

Der Neubau der Retheklappbrücke im Hamburger Hafen geht in die entscheidende Phase. Auf der Baustelle der Hamburg Port Authority (HPA) haben die Gründungsarbeiten für den Mittelteil der Klappbrücke begonnen. Wirtschaftssenator Frank Horch gab zusammen mit HPA-Geschäftsführer Jens Meier und Henning Schrewe, Technischer Leiter Hochtief Solution AG, den Startschuss für die ersten Pfahlbohrungen. Von der Hubinsel „Annegret“ aus brachte ein 85 Tonnen schweres Bohrgerät den 30 Meter langen und 1,80 Meter breiten Pfahl in den Untergrund.

In den kommenden Monaten werden zunächst zwei etwa 15 Meter tiefe Baugruben gebaut, in denen die sogenannten Klappenpfeiler entstehen. Diese bilden den Unterbau, auf dem später die insgesamt vier Brückenklappen lagern werden. Es wird auf jeder Seite jeweils zwei Klappen geben: eine für die Bahn und eine für die Straße.

„Die Leistungsfähigkeit des Hamburger Hafens hängt in hohem Maße von der Verkehrsinfrastruktur ab. Nur wenn es gelingt, diese für zukünftige Anforderungen vorzubereiten, kann Hamburg seine Rolle als Tor zur Welt für die deutsche Exportwirtschaft weiterhin erfüllen. Ein Prestigeprojekt wie die Retheklappbrücke ist daher auch ein deutliches Signal, dass Hamburg in seinen Hafen investiert“, so Horch.

„Die Klappbrücke zeigt eindrucksvoll, wie wichtig es ist, dass der Hafen aus einer Hand gemanagt wird. Hier treffen nautische Belange auf Anforderungen der Hafenbahn und des Straßenverkehrs. Gleichzeitig müssen wir während des Baus dafür sorgen, dass die Unternehmen im Bauumfeld möglichst wenig beeinträchtigt werden“, so Meier.

Verbesserte Situation für Schifffahrt, Straßen- und Schienenverkehr

Der Neubau der Retheklappbrücke ist Teil des Investitionsprogrammes, mit dem die HPA die Verkehrsinfrastruktur des Hafens bereit für steigende Anforderungen macht. Mit der Achse Rethebrücke und Kattwykbrücke entsteht eine echte Alternative zur Haupthafenroute über die Köhlbrandbrücke.

Durch die neue Brücke entflechtet die HPA den Straßen- und Bahnverkehr. Bisher muss die Straßenbrücke gesperrt werden, wenn Züge die Strecke nutzen. Diese rund 40 Sperrungen am Tag werden zukünftig entfallen. Durch eine Brücke im Vorfeld der Querung werden Straßen- und Bahnverkehr ab Ende 2013 getrennt über die neue Klapprücke geführt. Täglich nutzen rund 7000 Fahrzeuge die Strecke über die Rethe. Gleichzeitig verbessert der Neubau auch die Situation für die Schifffahrt. Die Durchfahrtsbreite der neuen Retheklappbrücke wird mit 64 Metern 20 Meter breiter sein als bei der bestehenden Hubbrücke. Diese wird jährlich rund 3000 Mal für den Schiffsverkehr in und aus dem Reiherstieg geöffnet.

Abriss der Hubbrücke 2014

Ende 2013 soll die neue Klappbrücke fertig sein. 2014 wird dann die alte Hubbrücke abgerissen. Der Neubau wurde notwendig, da die 1934 erbaute Rethehubbrücke das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht hat.

Daten und Fakten zu Europas größter Klappbrücke

Klappbrücke (neu) Hubbrücke (alt)

Spannweite: 104 Meter 77 Meter

Fahrwasserbreite: 64 Meter 44 Meter

Durchfahrtshöhe: unbegrenzt ca. 50 Meter

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